
Seit ich die Welt mehr und mehr durch eine (queer) feministische, intersektionale, Ungleichheits- und selbstkritische Brille betrachte, frage ich mich wie ich so viel davor nicht sehen konnte. Das zeigt immer wieder, wie sehr die “Wahrheit” und die Realität von dem*der Betrachter*in abhängen. Und wie viel Sozialisation und vorherrschende Weltbilder in der Gesellschaft ausmachen. Deshalb macht es mich auch oft wütend, wenn vermeintliche “Mitte”-Parteien/Politiker*innen oder “normale” Bürger*innen sich darüber auslassen, wie gefährlich Ideologien seien und wie sehr abzulehnen. Dabei haben sie selber eine, nur eben die geduldete, meistvertretene, “normale” wie z.B. den festen Glauben an den Kapitalismus und alles dafür “nötige”. Niemand guckt die Welt ohne eingeschränkte Wahrnehmungsbrille an. Und meistens am wenigsten die, die es behaupten. Wir sollten uns lieber hinterfragen, damit kommen wir näher an die “Objektivität” ran als mit immer Rechthab-schwarzweiß-Anspruch.