
Wenn du selber weiß bist und von allen, die dich sehen, immer als “deutsch” eingeordnet wirst: Hast du dich je auf dem Land oder an irgendwelchen Tourismusorten gefühlt, als würdest du da nicht hingehören wegen deiner Hautfarbe? Hast du je darüber nachgedacht, dass es Leuten so geht? Grade jetzt, wo viele “in Deutschland” Urlaub machen, trotz Corona “einfach mal rauskommen” wollen, ist das für BIPOC oft nicht so einfach. Schwarze Menschen zB werden auf Dörfern oft angestarrt und fühlen sich nicht willkommen – Artikel dazu: “Rassismus im Urlaub: Stadt, Land, Angst” von @champagnekemi , bitte lesen. Die Angst, angegriffen zu werden, kommt aus Erfahrung und ist leider berechtigt. Um die eigene Sicherheit oder die der eigenen Kinder zu fürchten, ist offensichtlich keine nette Urlaubsoption. Für Menschen, die selbst oder deren Eltern migriert sind, bedeutet Corona zum Teil, Familienmitglieder und Freund*innen nicht wie sonst besuchen zu können. Das ist etwas anderes, als den geplanten Urlaub auf Mallorca ausfallen lassen zu müssen, wo keine Bezugspersonen warten. Und generell braucht es natürlich Ressourcen, um in den Urlaub zu fahren. Vor allem Geld, aber auch Betreuungspersonen zB für die Oma, einen Aufenthaltstitel und einen Job, die das überhaupt erlauben. Und da BIPOC immernoch wegen struktureller Diskriminierung häufiger unter marginalisierten Bedingungen und im Niedriglohnsektor arbeiten, gehört das hier auch mit rein.
Das sind nur Punkte, die mir als weiße Person, die in den Urlaub gehen kann, eingefallen sind, mit Sicherheit ist dieser Text nicht vollständig.
Also lest bitte die Texte von Betroffenen, hört ihnen zu und macht euch Gedanken über eure Privilegien. Und wenn ihr könnt, teilt sie.